Am Samstag, dem 6. Oktober 2018, initiierte der ORF bereits zum 19. Mal die „Lange Nacht der Museen“ in ganz Österreich sowie in Teilen von Slowenien, Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland. Um die 700 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen (davon 135 allein in Wien) luden von 18 bis 1 Uhr Früh zu einer kulturellen Entdeckungsreise ein. Letztes Jahr ist die Veranstaltung leider an mir vorbeigezogen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich in diesem Jahr endlich teilnehmen konnte. Ein kurzer Rückblick mit meinen Erfahrungen, Erlebnissen und was ich mir jetzt schon für das nächste Jahr fest vorgenommen habe, erfährst du in diesem Beitrag.

Edit 2020: Mit der „ORF-Museumszeit“ wird die lange Nacht der Museen 2020 erstmals auf eine ganze Woche ausgeweitet. Vom 3. bis 10.10. gibt es zahlreiche Sonderaktionen und Ermäßigungen in allen teilnehmenden Häusern in ganz Österreich. Infos und Programm unter https://langenacht.orf.at 

Die Qual der Wahl

Bei über 100 Angeboten allein in Wien fällt es gar nicht so leicht zunächst einmal auszuwählen welche Museen oder Kulturstätten man tatsächlich besuchen möchte. Ich war an diesem Abend mit meinen Girls unterwegs und vorab haben wir uns darüber ausgetauscht wer von uns was gerne besuchen möchte. Relativ rasch hatten wir uns einen Plan und eine kleine Route zurechtgelegt. Da einige von uns bereits die ein oder andere Lange Nacht der Museen besucht hatten und wir mit großem Andrang rechneten, planten wir auch längere Wartezeiten ein. Außerdem entschieden wir uns vorab bewusst dafür nur bis zu drei Museen anzusteuern.

Kurz noch zur Langen Nacht der Museen allgemein:

Das Tolle an der Veranstaltung ist, dass man sämtliche teilnehmenden Museen und Kulturstätten um einmalige 15€ (Stand 2018) besuchen kann. Ermäßigte Tickets gibt es für Studenten, Ö1- und ÖAMTC Mitglieder, Schüler, Studenten, Senioren, Präsenzdiener und Menschen mit Behinderungen. Kinder bis 12 Jahre genießen freien Eintritt und ein umfassendes Kinderprogramm. Im Ticket inkludiert sind die Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb Wiens sowie mit den Shuttlebussen in der Zeit von 17:30 Uhr bis 1:30 Uhr. Die Tickets sind erhältlich in allen teilnehmenden Museen und am „Treffpunkt Museum“ am Wiener Maria-Theresien-Platz.  Eine Übersicht aller teilnehmender Museen und Kulturstätte findet sich im Internet als auch im Programmheft.

Unsere geplante Route:

  • Time Travel

Auf 1300 m2 erlebt man in acht Stationen eine Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte Wiener Geschichte.  Dabei faszinieren ein 5D Kino, ein Fiaker-Flug, der Besuch eines Luftschutzbunkers, die Pestgrube und eine Lasershow.

1., Habsburgergasse 10a

Eintrittspreis normalerweise: €19,50, E-Ticket €15,60 (Stand 2018)

  • MODE WIEN Museum

Dort konnte man eine Pop-up-Ausstellung zu dem Thema „Japonismus und Jugendstil – Einflüsse auf die europäische Mode“ besuchen.

1., Fütterergasse 1/Ecke Judenplatz

  • HANDS UP oder Dialog im Dunkeln

Hands up – Eintauchen in die Welt der Gehörlosen

Eintauchen in die Stille. Wie ist es zu leben ohne zu hören? Ein gehörloser Guide führt durch die Ausstellung, dabei wird nicht gesprochen und nicht gehört.

1., Schottenstift, Freyung 6 

normaler Eintrittspreis: €18 (Stand 2018)

Dialog im Dunkeln

Blinde oder sehbehinderte Guides führen durch alltägliche Situationen und das im Dunklen.

1., Freyung 6

regulärer Eintrittspreis: €19 (Stand 2018)

 

 

Soviel kann ich dir schon mal verraten: unsere Planung ist komplett in die Hose gegangen und wir haben lediglich eines dieser drei Museen bzw. Angebote besuchen können. Aber was genau ist passiert?

Das Ding mit den Platzkarten

Was wir leider überhaupt nicht eingeplant hatten war, dass an einigen teilnehmenden Museen bzw. Kulturstätten Platzkarten für den ganzen Abend ausgegeben wurden. Die Vergabe der Platzkarten startete bei den meisten gegen 18 Uhr. Bei Time Travel, unserem ersten Stopp, standen die Leute für so eine Karte, nach Angabe der Dame an der Kasse, ab 15 (!) Uhr an. Die Platzkarten (600 Stück) waren rasch vergeben und wir bekamen keine Möglichkeit mehr eine der Touren für den Abend mitzuerleben. Freundlicherweise haben wir allerdings einen 50% Rabattgutschein für den nächsten Besuch bei Time Travel erhalten.

Für uns ging es also weiter ins Mode Wien Museum, in das wir ohne Wartezeit reinkonnten, das aber auch ganz schön gut besucht war.

Mode Wien Museum Lange Nacht der Museen

Unser Weg zu Hands up führte uns vorbei am Uhrenmuseum, weshalb wir dort einen spontanen Besuch einlegten. Auch hier mussten wir nicht warten um eingelassen zu werden.

Das Uhrenmuseum beherbergt eine der bedeutendsten Uhrensammlungen Europas.

1., Schulhof 2

regulärer Eintrittspreis: €7 (Stand 2018)

Uhrenmuseum Lange Nacht der Musseen

Bei Hands up angelegt dann aber die Ernüchterung, auch hier wurden gegen 18 Uhr Platzkarten (ca. 300 Stück) vergeben. Die Mitmachausstellung war für den ganzen Abend bereits ausgebucht. Das gleiche galt für das sich direkt daneben befindende Dialog im Dunkeln. Hier hatten wir ebenfalls die Möglichkeit uns direkt vor Ort einen Termin zu vereinbaren und die Tickets dafür um einen vergünstigten Preis zu bekommen. Okay, na wenigstens etwas…

 

Nach einer kurzen Trink- und Esspause ging es für uns dann Richtung „Treffpunkt Museum“ am Maria-Theresien-Platz um dort bei einer BigBus-Tour mitzumachen. Die Schlange der Personen, die darauf warteten ebenfalls mitzufahren war so lang, dass wir gleich wieder umdrehten und unser nächstes Ziel ansteuerten. Schade! Die Abfahrtsintervalle von 20 Minuten finde ich bei diesem Andrang fast zu lange…

BigBus Vienna – Wien ErFahren: Die Stadt im Doppeldeckerbus erleben

1., Maria-Theresien-Platz/Burgring

regulärer Ticketpreis: Classic-Ticket €29 (Stand 2018)

 

Letztes Ziel des Abends, bevor wir dann endgültig aufgaben: die Kaiserliche Schatzkammer. Ebenfalls mega lange Schlange und uns war zu der Zeit dann schon die Lust vergangen nun noch weiterzuziehen.

Gegen 23 Uhr ging es dann also wieder nach Hause für uns.

Um herauszufinden ob nur wir das Pech hatten unsere ausgewählten Museen durch diverse Umstände nicht besuchen zu können oder ob dies auch andere betroffen hat, habe ich mir ein paar Infos von meiner Kollegin Sonja von sonnibackt, die die lange Nacht der Museen ebenfalls besucht hat, geholt.

Hier Sonjas Route und ein paar ihrer Erlebnissen & Eindrücke:

  • Geldmuseum in der österreichischen Nationalbank

Die Geschichte des Geldes entdecken im Geldmuseum der Nationalbank.

9., Otto-Wagner-Platz 3

Fazit: kurze Wartezeit

  • Narrenturm

pathologische-anatomische weltweit einzige Sammlung an Feucht- und Skelettpräperaten, Wachspräperaten und an medizinischen Geräten

9., Spitalgasse 2, Altes AKH

Fazit: keine Wartezeit für alle, die bereits ein Ticket hatten

  • Planetarium Prater – Haus der Sterne

Das Planetarium bildet mit modernster Projektionstechnologie den Sternenhimmel naturgetreu nach.

2., Oswald-Thomas-Platz 1

Fazit: keine Wartezeit, außer für die Show gegen 20 Uhr

  • Urania Sternwarte

die älteste Volkssternwarte Österreichs

1., Uraniastraße 1

Fazit: sehr viel los

  • Albertina

Die bedeutendsten Meisterwerke der Malerei finden sich in der Wiener Albertina.

1., Albertinaplatz 1

Fazit: kurze Wartezeit

  • Schmetterlingshaus

Hier kann man rund 500 frei lebende und fliegende Schmetterlinge bewundern.

1., Palmenhaus im Burggarten

Fazit: sehr lange Wartezeit, deshalb ging es gleich weiter ins

  • Mumok – Museum moderner Kunst 

das größte Museum im Zentrum Europas für die Kunst der Moderne

7., Museumsquartier, Museumsplatz 1

 

Im Gegenzug zu uns hat Sonja doch einiges an diesem Abend ohne Probleme besuchen können.

Fazit & was ich mir für das nächste Jahr vornehme

Wer die Lange Nacht der Museen in Wien besucht, sollte eine jede Menge Zeit mitbringen. Kommt man von außerhalb von Wien sollte man bereits am späten Nachmittag anreisen, vor allem wenn man sich Platztickets sichern möchte. (Dies betrifft natürlich nur die Angebote, bei denen solche Platzkarten vergeben werden wie z.B. Time Travel, Hands up, Dialog im Dunkeln)

Außerdem sollte man sich auf längere Wartezeiten einstellen. Legt man sich einen Plan zurecht schadet es nicht die ein oder andere Alternativroute einzuplanen. Ich empfehle dir, dir den Besuch von um die drei Museen für den Abend vorzunehmen.

Auf meiner Liste der Museen und Kulturstätten, die ich unbedingt noch sehen möchte stehen:

  • Bäckermuseum
  • Bestattungsmuseum am Zentralfriedhof
  • Museum Simon Wiesenthal
  • Foltermuseum – Museum für mittelalterliche Rechtsgeschichte
  • Haus der Musik
  • Österreichische Nationalbibliothek – Literaturmuseum & Papyrusmuseum
  • Narrenturm
  • Römermuseum
  • Schlumberger Kellerwelten
  • Schmetterlingshaus
  • Sigmund Freud Museum
  • Time Travel

 

Warst du auch auf der langen Nacht der Museen?

Wie sehen deine Erfahrungen aus?

Was muss man unbedingt gesehen haben?

Lange Nacht der Mussen

 

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Dieser Artikel wurde am 5.10.2020 aktualisiert.

Quellen:

https://langenacht.orf.at/fileadmin/museen/2018/downloads/LNDM18_Wien.pdf

Lange Nacht der Museen Booklet 2018

 

1 Comment

  1. Hey super Bericht. Einige Sachen die du noch sehen möchtest, stehen auch auf meiner Liste =) Schade das ihr so ein Pech hattet bei euren ausgewählten Zielen. Aber gut das diese Nacht jedes Jahr wieder kommt und man sich dann gleich freuen kann. ^^ Vorfreude ist ja die schönste Freude auch wenn es ein Jahr dauert hihi 😗

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