Ich bin ein Zugvogel, weil…

„Ein Zugvogel ist nie allein
Ein Zugvogel kann jeder sein
Gemeinsam in das nächste Land
Hier oben gibt es keine Angst…“

Julian Le Play – Zugvögel, aus dem gleichnamigen Album

Was soll ich sagen? Als das Team von COMEPASS einen Aufruf nach Julian Le Play-Fans startete, musste ich mich einfach melden. Gute, aussagekräftige Texte haben mich schon immer begeistert und Julians Lyrics sprechen mich einfach an. An dieser Stelle verzeihen wir ihm auch gleich mal den kleinen Fauxpas bei seinem Hit „Rollercoaster“. Ursprünglich war nämlich mit „Rollercoaster“ Roller bzw. Moped gemeint und nicht Achterbahn, was aber erst nach über drei Monaten Arbeit an der Single aufgefallen war. 😛 Sympathische Story, aber nun back to topic! Neben „Rollercoaster“ und natürlich auch seinem Hit „Mr. Spielberg“, bin ich auch Fan seiner Single „Zugvögel“, die mich u.a. motiviert am Ball zu bleiben und meine Träume wirklich anzupacken

Wie du ja bestimmt mitbekommen hast, hat sich gerade in diesem Jahr sehr viel in meinem Leben geändert. Kurz zusammengefasst: mein Partner und ich haben uns nach vier Jahren getrennt, ich bin umgezogen, habe meinen Job an den Nagel gehängt und versuche nun vor allem beruflich ganz andere Wege zu gehen, als ich es in den letzten acht Jahren getan habe…

„Über tausend schwarzen Wolken wird

der Himmel plötzlich wieder strahlend blau.“

Ich bin ein Zugvogel, weil ...

Zu solch grundlegenden Veränderungen kommt es aber natürlich nicht von heute auf morgen. In letzter Zeit spreche immer häufiger davon wie schade ich es finde, dass wir Menschen in unserem Leben erst oft dann die Ruder rumreissen und etwas grundlegend verändern, wenn uns ein einschneidendes Erlebnis einen Grund dafür gibt. Leider war es auch bei mir so, dass ein Ereignis -sagen wir mal- den Stein ins Rollen gebracht hat.

Ich hab dir davon bereits Ende 2016 berichtet. Vor ungefähr einem Jahr hatte ich nämlich einen so starken Migräneanfall mit Aura, dass ich dachte es handle sich dieses Mal um einen Schlaganfall. Ich war kurz davor ins Krankenhaus zu fahren. An Migräne mit Aurasymptomen leide ich seit meinem zwölften Lebensjahr. Nach über fünfzehn Jahren damit, habe ich mich quasi daran gewöhnt – traurig aber wahr!

Nur kurz zur Erklärung was unter Migräne mit Aura zu verstehen ist: Treten zusätzlich zum Migränekopfschmerz neurologische Symptome auf, spricht man von einer Aura. Dazu zählen so super angenehme Symptome wie Flimmern oder Lichtblitze vor den Augen, Sprachstörungen und einseitige Gefühlsstörungen in den Gliedmaßen. Wie du siehst, ähneln also diese Symptome tatsächlich jenen eines Schlaganfalles. Bei mir treten diese Aurasymptome immer nacheinander auf und dauern meist einige Minuten bis zu maximal einer halben Stunde.

Oben erwähnter Anfall war aber anders. Die Aurasympthome hielten über eine Stunde an, Medikamente schienen nicht zu wirken. Die Angst, die ich an diesem Tag hatte, werde ich so schnell nicht vergessen und sie hat mich nachdenken lassen. Folge: wieder regelmäßige Besuche bei meinem Neurologen und eine erneute MRT-Untersuchung meines Gehirns, vor dessen Ergebnis ich echt Bammel hatte. Die Frage: „Was, wenn die da etwas finden?“, schwebte wie ein Damoklesschwert bis zur Befundbesprechung über mir. Ja, was wäre denn dann?

Diesen Anfall hatte ich übrigens in einer Zeit, in der es sowohl beruflich als auch privat unheimlich stressig war bei mir und ich viel zu wenig auf mich geachtet habe. Der Befund war unauffällig, das Erlebnis hat mich aber trotzdem zum Grübeln gebracht. Was wäre gewesen, hätte ich eine nicht erfreuliche Diagnose bekommen? Bin ich glücklich mit meinem derzeitigen Leben? Damals war die klare Antwort: „Nein!“ Ich fühlte mich dauergestresst von Beruf und Privatleben, kam kaum dazu meine Hobbys auszuleben und es fühlte sich so an als bestünde das Leben nur aus Verpflichtungen. Dazukamen dann eben auch noch diese Migräneattacken. Ich fragte mich, ob ich die nächsten Jahre so weitermachen wollen würde und kam schnell zu dem Entschluss, dass ich das nicht mal mehr die nächsten Monate über wollte.

Back to the roots

Frau am Fenster Shooting

Viele Gespräche mit Partner und Familie folgten dieser Erkenntnis. Die erste Entscheidung etwas grundlegend zu ändern fällte ich dann ein paar Monate später. Schon vor Jahren entschied ich mich für Wien als Lebensstandort. Als der Mietvertrag meiner ersten Wohnung in Wien nach vier Jahren auslief, zog ich aber wieder zurück nach Niederösterreich zu meinem damaligen Partner und verbrachte fortan drei Stunden pro Tag mit Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort. Etwas was mich übrigens auch unheimlich stresste. So schön unser Tullnerfeld auch ist, Wien hat es mir einfach angetan und so siedelte ich im Frühjahr dieses Jahres dorthin auch wieder zurück. Eine Entscheidung, die sich unheimlich richtig anfühlte. Aber auch wohl überlegt war und nicht von heute auf morgen getroffen wurde.

So war es übrigens auch bei allen weiteren grundlegenden Entscheidungen, die ich für mich in den letzten Monaten getroffen habe. Darunter auch die Entscheidung, dass sich beruflich etwas gravierend ändern musste.

Nach unglaublich kreativen, aber auch erfolgreichen Events, die meine Freunde und ich bereits  in unserer Jugendzeit auf die Beine gestellt haben, äußerte ich 2008 das erste Mal den Wunsch mich auch beruflich ins Eventmanagement zu begeben. Mein Ziel war es nach dem Abschluss meiner Matura und Berufsausbildung zur Sozialpädagogin eine Ausbildung in diesem Bereich anzugehen, was ich 2010 auch tatsächlich umsetzte. Wieso ich so lange nie wirklich Fuß gefasst habe im Eventmarketing? Sagen wir’s mal so: ich war auf Sicherheit aus und die bescherte mir mein damaliger Job allemal. Was ich aber nicht abstreiten konnte ist, dass es mich die ganzen Jahre, in denen ich im sozialen Bereich tätig war, immer wieder in Richtung Marketing insb. Eventmarketing zog. Immer häufiger spielte ich mit dem Gedanken noch ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich anzugehen.

„Ein Zugvogel ist nie allein, ein Zugvogel kann jeder sein!“

Vergangenen Sommer fasste ich endlich den Mut beruflich einen anderen Weg einzuschlagen, frei nach dem Motto: „Probieren geht über Studieren!“ 😛 Ich durfte in diesem Jahr viele Menschen kennenlernen, die mich zu diesem Schritt sehr motiviert und inspiriert haben. Menschen, die einfach ihr Ding durchziehen und Ideen, die sie haben, einfach umsetzen. Und so versuche auch ich in den letzten Monaten, Wochen, Tage meine Projektideen einfach umzusetzen, denn gerade in der heutigen Zeit ist fast alles möglich, was wir uns vorstellen. Also auf was warten!? Letzte Woche ging übrigens InterACTION über die Bühne. Mein erstes Event, das ich in Wien anbieten durfte. *proud*

Ich bin ein Zugvogel, weil ich meine Träume verwirklichen kann.

powerwoman, one woman show, #chefin

Was ich aus den letzten Monaten gelernt habe? Für so grundlegende Veränderungen im Leben braucht es definitiv eine gehörige Portion an Mut und Willensstärke. Außerdem ist es wichtig Menschen zu haben, die einem in solchen Zeiten unterstützen und zur Seite stehen. Rennt es einmal nicht so rund, merkt man (leider/Gott sei Dank?) relativ schnell, wen man zu den wahren Freunden zählen, und auf wen man in Zukunft lieber verzichten kann.  Man begegnet leider immer wieder Menschen, die dich spüren lassen, dass sie nicht viel von deinen Vorhaben/Ideen halten, dich belächeln oder missgünstig sind. Ich für meinen Teil merke mir diese Personen ganz genau. Oft sind es nämlich genau jene Menschen, die im Falle deine Idee geht auf bzw. funktioniert, nur zu gerne etwas von deinem Erfolg abhaben wollen. An dieser Stelle DANKE an meine wahren Freunde, denn ohne euch wäre ich nicht so „unversehrt“ durch die vergangenen Monate gekommen. <3 Danke auch an das unglaublich tolle Feedback, das von vielen kommt. Es bestärkt mich, auf dem richtigen Weg zu sein. #chefin #hatersgonnahate

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Die Fotos in diesem Beitrag habe ich unlängst aus meinem Fotoarchiv gegraben. Sie sind bei einem Shooting 2011 entstanden, also noch bevor es meinen Blog gab. Das letzte Foto schreit förmlich „POWER!“ und ich liebe es. *gg*

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Bist du auch ein Zugvogel? Hast du schon einmal dein Leben von Grund auf umgekrempelt?

Was hat dich dazu bewogen?

 

Ich flieg‘ wie die Zugvögel
Hinter der Sonne her
Ich flieg‘ wie die Zugvögel
Vom Winter ins Sommermeer
Wenn du auch alleine bist, ja dann flieg‘ doch einfach mit
Wir schwärmen aus
Über tausend schwarzen Wolken wird der Himmel plötzlich wieder strahlend blau

 

*In freundlicher Zusammenarbeit mit Comepass und Julian Le Play

Fotocredits: Bernhard Klestil 

4 Comments

  1. Uschi 2. Dezember 2017 at 15:21

    Liebe Jasmin!
    Wie du weißt, habe ich schon öfters in meinem Leben einiges Grundlegend verändert. Ich war, jedesmal überzeugt, dass ich das richtige mache. Jetzt im Nachhinein, bin ich immer noch sicher, dass ALLE meine Entscheidungen richtig waren. Wenn ich mir deine Beiträge und deine Fotos so ansehe, bin ich ebenfalls überzeugt, dass du das Richtige getan hast. Du siehst so unheimlich glücklich und entspannt aus. Als wenn du neuen Lebensmut gefasst hättest. Sicher werden auch auf diesem Gebiet stressige Zeiten auf dich zukommen, aber Stress kennst du ja 😉
    2018 wird DEIN JAHR
    Alles Liebe Uschi

    Reply
    1. Jasmin 6. Dezember 2017 at 11:41

      Hallo liebe Uschi,
      danke für deine bestärkenden Wort <3 ich bereure tatsächlich keine meiner Entscheidungen und habe das Gefühl endlich wieder "auf Spur" zu sein 😀
      LIEBE GRÜSSE,
      Jasmin

      Reply
  2. Sophia 5. Dezember 2017 at 21:26

    Hallo Jasmin!
    Wow du bist wirklich eine Power Frau! Ich finde es beeindruckend wenn man an seinen Träumen festhält und sein Leben komplett umstrukturiert. Toller motivierender post.

    Ganz liebe Grüße,

    Sophia

    http://www.piefka.com/

    Reply
    1. Jasmin 6. Dezember 2017 at 11:42

      Hallo Sophia,
      herzlichen Dank für deine Worte! Sie bestärken mich noch mehr meinen Weg zu gehen. <3

      Alles Liebe, Jasmin

      Reply

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