HAPPY-GO-LUCKY: Was ist Glück?

PROSIT NEUJAHR! Diesen Beitrag möchte ich einem ganz besonderen Thema widmen: dem Glück. Erst vor kurzem haben sich bestimmt viele von uns die Floskel „Viel Glück im neuen Jahr!“ gegenseitig um die Ohren geschmissen… aber warum wünschen wir uns Glück und wie definiert es sich eigentlich?

Ich habe mal Google befragt und es spuckte folgendes aus: „Definition Glück: besonders günstiger Zufall, erfreuliche Fügung des Schicksals“

Fakt ist, jeder wünscht es sich, doch die wenigsten behaupten es wirklich zu haben. Dabei ist es häufig nur eine Frage der Wahrnehmung, denn ist denn nicht jeder selbst seines Glückes Schmied!? Nur wir allein können bestimmen mit welcher Einstellung und welchen Gedanken wir durch’s Leben gehen. Das betrifft auch unsere Reaktionen auf weniger erfreuliche Erlebnisse. Wie gehen wir mit diesen um? Sagen wir uns, dass wir nie Glück haben und vom Pech verfolgt werden oder blicken wir mit positiver Einstellung nach vorne? 

Glückstankstelle

Vor knapp zwei Jahren durfte ich an einem ganz besonderen Workshop mit dem Titel „Die Glückstankstelle“ teilnehmen und MMag. Silena Sabine Piotrowski & Mag. Renate Pils kennenlernen. Die beiden Österreicherinnen beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit dem Thema „Glückspsychologie“ und halten auch regelmäßig Workshops und Vorträge zum Thema. Vier mal im Jahr versenden sie auch ihren „Glücksbrief-Newsletter“ und einer davon beinhaltete eine -wie ich finde- sehr nette und zum Nachdenken anregende Geschichte. Mit der Erlaubnis der beiden, möchte ich diese Kurzgeschichte auch gerne mit dir teilen:

Dumm gelaufen?

An jenem gewissen Tag lagen auf dem Frühstückstablett, das der Kellner jeden Morgen brachte, nicht die üblichen sechs, sondern sieben Brotscheiben für seine Marmeladentoasts.

Das wäre ihm nicht weiter aufgefallen, wenn nicht die Busfahrkarte, die er eingesteckt hatte, als er aus dem Haus gegangen war, die Nummer 07070707 getragen hätte.

Für Señor Pérez war das nun mehr als ein bloßer Zufall. Es war ein Zeichen. Ein sonderbares Zeichen, zumal ihm sein Gedächtnis leichthin die Information zuspielte, dass er an einem 7. Juli geboren worden war. Wie um solch merkwürdige Ideen zu verscheuchen, schlug er willkürlich die Tageszeitung auf, es war kein Zufall: Seite 7.

Auf der Mitte der Seite prangte ihm das Foto eines Pferdes entgegen, das auf den Namen „Hopp hopp ins Glück“ hörte und mit der Startnummer 7 im siebenten Rennen am morgigen Tag, einem Siebten, laufen würde.

Señor Pérez zählte die Buchstaben des Pferdenamens, es waren 16, er zählte 1 und 6 zusammen, das ergab die Quersumme 7. Und in einem archaischen Reflex hob er zum Zeichen der Dankbarkeit den Blick gen Himmel. Am nächsten Morgen ging er zur Bank, hob seine gesammelten Ersparnisse ab, und da sie ihm mickrig erschienen, nahm er eine Hypothek auf sein Haus sowie ein weiteres Darlehen auf.

Anschließen bestieg er ein Taxi, dessen Nummernschild, freilich, auf sieben endete.

Er traf auf der Pferderennbahn ein und setzte sein ganzes Geld auf das Pferd Nummer 7 im siebenten Rennen; der Zufall wollte es, auch wenn er diesmal vielleicht ein wenig nachgeholfen hatte, dass er seine Wette am Schalter 7 tätigte. Nach seiner Einzahlung setzte er sich – er hätte schwören mögen, es war ohne Absicht – auf den Klappstuhl mit der Nummer 7 in der siebten Reihe. Und begann zu hoffen.

Als das siebte Rennen gestartet wurde, sprang die Menge auf die Füße und ein ungeheuerliches Tohuwabohu brach los, er blieb in aller Seelenruhe sitzen. Das Pferd mit der Startnummer 7 setzte sich gleich nach dem Start an die Spitze und ritt unter Hufgeklapper, wirbelnden Staubwolken und dem Geschrei der Menge vor den anderen an der Tribüne vorbei.

Das Rennen endete Punkt sieben Uhr, und das Pferd mit der Startnummer 7 im siebten Rennen lief – alles hatte darauf hingedeutet- als siebentes ein.

Quelle: Jorge Bucay „Zähl auf mich“ 

„Pech gehabt“, könnte man jetzt meinen. Na, wie wird wohl Señor Pérez mit seiner Niederlage umgehen?  Warst du dir vielleicht auch schon bei etwas so so sicher und dann kam doch alles anders?

Unsere Vorstellungen, Erwartungen und Gedanken haben eine große Kraft, die uns oft gar nicht bewusst ist. Manchmal stehen genau diese uns aber auch im Weg. Wer kennt nicht die Situation in der man enttäuscht ist, weil der Partner/der Chef/die Eltern nicht das sagen oder tun was man von ihnen in einer gewissen Situation erwartet hätte…

Das neue Jahr ist ein guter Zeitpunkt, den Dingen die Chance zu geben auch einmal anders passieren dürfen, als wir sie uns ausgedacht haben. Loszulassen von alten Mustern, von alten Erwartungen uns selbst und anderen gegenüber.

Kannst du aus dieser Geschichte etwas für dich selbst und für’s neue Jahr mitnehmen?

 

By the way: Auszüge dieses Beitrages sind aus meinem allerersten Newsletter, den ich vor genau einem Jahr begonnen habe an fleißige LeserInnen, wie dich, zu versenden. Du möchtest dich noch dazu anmelden? Hier entlang -> Newsletter-Anmeldung

Das Titelbild ist bei einem Ausflug in die Klimt Villa in Wien entstanden. Ich musste wirklich herzhaft lachen, da Kathi und ich einfach nur Blödsinn getrieben haben während diesem kurzen Shooting. 😛 Fotocredit: Spielplatzküche

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